Lage auf Bayerns Arbeitsmarkt

Zur Lage auf dem Arbeitsmarkt veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit monatlich Zahlen. Die Daten bilden die Basis für Bayerns Arbeitsmarktpolitik, die auf den Abbau von Arbeitslosigkeit, die Gestaltung der Transformation der Arbeitswelt und die Sicherung von Fachkräftebedarfen zielt.

Junge Menschen sitzen in einem Wartebereich, einige haben Unterlagen in der Hand.
iStock/skynesher

Aktuelle Situation auf dem bayerischen Arbeitsmarkt

Abb. 1: Arbeitslose Personen insgesamt und Arbeitslosenquoten in Bayern im Zeitverlauf
Die Arbeitslosenquote liegt im November wie schon im Vormonat bei 3,7 %. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Oktober auf insgesamt rund 285.500 Personen leicht gesunken (um -1.149 bzw.-0,4 %). Bayern hat weiterhin bundesweit die niedrigste Arbeitslosenquote, sie liegt weit unter dem Bundesdurchschnitt (5,9 %) und deutlich unter der Arbeitslosenquote Baden-Württembergs (4,2 %).Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Arbeitslosen aufgrund der anhaltend schwachen Konjunktur um rund 31.200 Personen bzw 12,3 % deutlich erhöht. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Prozentpunkte. Deutliche Zuwächse bei der Arbeitslosigkeit sind in allen Personengruppen zu verzeichnen, besonders aber sticht der überproportionale Anstieg in der Personengruppe der Jugendlichen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren mit +18,9 % (+4.111 Personen) hervor.Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bayern beträgt nach den aktuellsten hochgerechneten Daten im September 2024 rund 6,03 Millionen und hat damit die historische 6-Millionen-Marke überschritten. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Plus von 40.000 Personen bzw. 0,7 %.

Abb. 2: Arbeitslosenquoten in Bayern und den Regierungsbezirken
Im Vergleich der Regierungsbezirke hat Schwaben mit 3,3 % die niedrigste Arbeitslosenquote. Die höchste Arbeitslosenquote weist im November 2024 der Regierungsbezirk Mittelfranken mit 4,3 % auf.Die Spreizung zwischen den Regierungsbezirken von aktuell einem Prozentpunkt bewegt sich weiterhin auf einem niedrigen Niveau.

Im Berichtszeitraum können 33 der insgesamt 96 Landkreise und kreisfreien Städte (rund 34 %) eine Arbeitslosenquote von unter 3,0 % vorweisen. Der Landkreis Unterallgäu hat mit einer Arbeitslosenquote von 2,2 % bundesweit den geringsten Wert.

Bayernkarte mit regionalen Arbeitslosenquoten
Arbeitslosenzahlen Oberbayern: 3,7 %
Arbeitslosenzahlen Niederbayern: 3,6 %
Arbeitslosenzahlen Oberpfalz: 3,4 %
Arbeitslosenzahlen Oberfranken: 4,0 %
Arbeitslosenzahlen Mittelfranken: 4,3 %
Arbeitslosenzahlen Unterfranken: 3,6 %
Arbeitslosenzahlen Schwaben: 3,3 %

Abb. 4: Arbeitslose nach ausgewählten Personengruppen im Vergleich zum Vorjahr

  • Die Arbeitskräftenachfrage bleibt in der langfristigen Betrachtung hoch. Mit 123.039 gemeldeten offenen Stellen sind im Vergleich zum Vormonat rund 4.100 Stellen weniger im Bestand (-3,3 %). Die Zahl der offenen Stellen liegt mit rund 21.800 weniger bzw. -15,0 % auch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.
  • Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen erhöht sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich um rund 2.500 bzw. um 10,6 %. Im Vergleich zum Vormonat sinkt die Zahl nur leicht um 37 schwerbehinderte Personen (-0,1 %).
  • Die Zahl der Langzeitarbeitslosen liegt bei rund 69.700 und ist gegenüber dem Vorjahr deutlich um rund 6.700 bzw. 10,6 % und gegenüber dem Vormonat leicht um 137 bzw. 0,2 % angestiegen.
  • Bei einer Jugendarbeitslosenquote im Alter von 15 bis unter 25 Jahren von 3,1 % im November 2024 sind erheblich mehr junge Menschen arbeitslos als im Vorjahr (um rund 4.100 Personen bzw. 18,9 %). Im Vergleich zum Vormonat ist mit -4,6 % (rund 1.300 Personen weniger) ein Rückgang zu verzeichnen.
  • Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 Jahre und älter) hat gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen (um rund 8.900 bzw. 9,2 %). Im Vormonatsvergleich ist deren Arbeitslosigkeit um rund 200 Personen bzw. um 0,2 % leicht angestiegen.
  • Die Zahl der arbeitslosen Ausländer liegt bei rund 112.400 Personen. Dies ist im Vorjahresvergleich ein deutlicher Anstieg um rund 12.300 Personen (+12,3 %). Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen leichten Rückgang um 420 Personen bzw. -0,4 %.

Die Quote (vorläufig hochgerechnete Werte) der erwerbsfähigen SGB-II-Bezieher im Verhältnis zur Einwohnerzahl unter 65 Jahren ist in Bayern mit 3,7 % die mit großem Abstand niedrigste im Vergleich aller Bundesländer. Im Bund ist dieser Wert im Vergleich zu Bayern mit 7,2 % deutlich höher.

Hier erhalten Sie aktuelle Meldungen, Zahlen und Statistiken zu Bayerns Arbeitsmarkt:

Arbeitsmarktjahresbilanz 2023

Der bayerische Arbeitsmarkt zeigte sich im Jahr 2023 trotz geopolitischer Krisen widerstandsfähig, wenn auch die konjunkturelle Schwäche deutliche Spuren hinterließ: Obwohl nie mehr Menschen in Beschäftigung waren als im vergangenen Jahr, stieg die Zahl der Arbeitslosen ungeachtet der weiterhin hohen Arbeitskräftenachfrage an. Die Arbeitslosenquote lag mit durchschnittlich 3,4 % um 0,3 Prozentpunkte deutlich über dem Vorjahresdurchschnitt.

Mehr Informationen zu Bayerns Arbeitsmarkt 2023 erhalten Sie hier:

Grundzüge bayerischer Arbeitsmarktpolitik

Herausforderungen auf Bayerns Arbeitsmarkt stellen die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die Gestaltung der sog. 3D-Transformation in der Arbeitswelt (Digitalisierung, Dekarbonisierung, Demografie) und die Sicherung von Arbeits- und Fachkräftebedarfen aus dem In- und Ausland dar. Die Maßnahmen bayerischer Arbeitsmarktpolitik verfolgen das Ziel der Unterstützung von Jugendlichen mit Vermittlungshemmnissen, der Hebung des Potenzials von älteren Beschäftigten und Frauen, der Beschleunigung von Berufsanerkennungsverfahren ausländischer Fachkräfte, der beruflichen Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen, der Eingliederung von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt, der gezielten Stärkung von Erwerbstätigen und Unternehmen durch berufliche Weiterbildung. Kontinuierliche Beobachtungen des bayerischen Arbeitsmarkts, darunter Auswertungen aus dem IAB-Betriebspanel für Bayern, geben wichtige Hinweise zur Weiterentwicklung der Arbeitsmarktpolitik.

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