Der Freistaat Bayern stärkt Teilhabe und Chancengleichheit – für Frauen und Männer: Hier finden Sie Orientierung und konkrete Angebote zum Thema. Ob im Beruf, in der Familie oder ganz persönlich.
Frauen und Männer
Was bewegt Sie?Ich möchte wissen, wie Bayern die Gleichstellung von Frauen und Männern fördert.
Eine junge Mutter, nennen wir sie Lea, sitzt abends auf dem Sofa. Das Baby schläft im Beistellbett. Auf dem Couchtisch liegt Leas Notizbuch. Zwei Sätze stehen dort, sauber untereinander:
Ich will zurück in meinen Beruf.
Ich will Zeit für mein Kind haben.
Beides fühlt sich richtig an. Und zusammen braucht es eine gute Lösung.
Lea ist Mitte dreißig und lebt in Dingolfing. Vor der Geburt ihres Kindes hat sie ein Team geführt. Verantwortung getragen. Entscheidungen getroffen. Sie hat ihren Job im öffentlichen Dienst gern gemacht – und sie war gut darin.
In der Küche klappt sie ihr Notizbuch auf. „Ich will zurück“, sagt sie. „Und ich will wieder Verantwortung übernehmen.“
Ihr Mann stellt zwei Tassen auf den Tisch. „Dann planen wir’s so, dass es klappt“, sagt er. „Ich übernehme zwei Nachmittage, du zwei. Und wenn’s eng wird, schieben wir.“
Der Plan steht. Jetzt geht es um den nächsten Schritt: Kann Lea auch in Teilzeit eine Führungsposition übernehmen? Und wie lässt sich das in der Praxis organisieren?
Lea informiert sich und stößt auf die Leitstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern in Bayern. Sie erfährt: Das Bayerische Gleichstellungsgesetz (BayGlG) stärkt die Chancengleichheit von Frauen und Männern. In Bayern gibt es Angebote, die Frauen und Männer bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen.
Lea findet den Leitfaden „Führen in Teilzeit“ des Sozialministeriums. Er zeigt Modelle und Beispiele, wie Führung mit weniger Stunden gelingt – mit klaren Zuständigkeiten, verlässlicher Vertretung und guter Abstimmung im Team.
Lea macht sich Notizen und entwickelt ein Konzept für ihren Wiedereinstieg: vier Arbeitstage, feste Entscheidungszeiten, klare Aufgabenteilung. Mit diesen Vorschlägen geht sie zu ihrer Vorgesetzten. Im Gespräch klären sie noch die Details. Am Ende steht eine Vereinbarung.
Heute führt Lea ihr Team an vier Tagen in der Woche. Zu Hause teilen Lea und ihr Mann die Familienarbeit. Ihr Beispiel zeigt: Gleichstellung entscheidet sich im Alltag. Gute Kommunikation, klare Regeln und praktische Lösungen für Führungskräfte und Beschäftigte machen sie möglich. Damit Verantwortung im Beruf und Verantwortung zu Hause zusammengehen.
Was prägt den Blick auf Gleichstellung? Ulrike Scharf erzählt im Podcast #BayernGemeinsamStark von ihrer Kindheit in einer Großfamilie – und von ihrem politischen Anspruch, Frauen und Männer fair zu unterstützen.
"Die Gleichstellungsbeauftragten leisten eine wichtige Arbeit. Sie tragen dazu bei, dass jeder Mensch sein Leben frei gestalten kann – unabhängig von Geschlechterklischees oder gesellschaftlichen Rollenvorstellungen. Frauen und Männer müssen in Bayern die gleichen Chancen haben!"Ulrike Scharf, Staatsministerin für Familie, Arbeit
Was bewegt Sie?Ich suche konkrete Angebote für Frauen.
Anna, nennen wir sie so, ist 29 und lebt in Kulmbach. In den letzten Tagen hat sie sich ein bisschen komisch gefühlt. Nicht krank. Aber sie hat gemerkt: Irgendetwas ist anders. An einem Dienstagmorgen steht sie im Bad, schaut auf einen Schwangerschaftstest, sieht zwei Striche – und weiß: Das verändert alles.
Anna arbeitet in einer Steuerkanzlei. Sie mag ihren Job, ist zuverlässig und hat sich dort etwas aufgebaut. Kinder wollte sie irgendwann. Dass dieses „Irgendwann“ jetzt ist, hatte sie nicht geplant. Bei einer Tasse Kaffee denkt Anna an ihre Arbeit. An ihre Wohnung, die plötzlich zu klein wirkt. An ihren Freund. Und an das, was sie jetzt am dringendsten braucht: Überblick. Sie will wissen, worauf sie sich einstellen muss.
Also beginnt sie zu recherchieren. Dabei stößt sie auf das Beratungsangebot der Bayerischen Schwangerschaftsberatungsstellen. Eine große Erleichterung: Die Beratung findet in der Nähe statt, kostet nichts und bleibt vertraulich. Das nimmt Druck raus. Und es gibt ihr das Gefühl: Ich muss da jetzt nicht allein durch.
Ein paar Tage später sitzt Anna einer Beraterin gegenüber. Sie erzählt von ihrem Alltag, von ihrem Beruf, von den Gedanken, die seit Tagen kreisen. Die Beraterin hört zu, stellt Fragen, ordnet mit ihr gemeinsam. Und sie erklärt, was Anna wissen will: welche Rechte sie am Arbeitsplatz hat, welche finanziellen Leistungen infrage kommen, welche medizinischen Angebote es gibt und welche Unterstützung sie vor Ort nutzen kann.
Als Anna die Beratungsstelle verlässt, hat sie einen Ordner mit Informationen – und wieder festen Boden unter den Füßen. Am Abend erzählt sie ihrem Freund von der Schwangerschaft. Gemeinsam sprechen sie über die nächsten Monate. Als sie später ins Bett gehen, nehmen sie sich an der Hand. Im Halbdunkel bleibt Annas Blick an der Ecke neben dem Bett hängen. Für einen Moment sieht sie dort ein Beistellbett vor sich – und lächelt.
Häusliche Gewalt gegen Frauen: 5 Fakten!
Hinschauen kann schützen.
Wenn Sie Gewalt vermuten oder erleben, sprechen Sie das Thema an, hören Sie zu und holen Sie Unterstützung. Auch wenn Sie selbst betroffen sind – trauen Sie sich und holen Sie sich Hilfe. Bayern hat ein breites Angebot an Beratungs- und Unterstützungsangeboten. Bei akuter Gefahr wenden Sie sich bitte sofort an die Polizei.
Gewalt hat viele Gesichter
Körperliche Gewalt, Beleidigungen, Drohungen, Kontrolle, sexuelle Anspielungen sind Beispiele.
Gewalt passiert oft immer wieder
Gewalt wirkt manchmal wie ein „Ausrutscher“. Dabei steckt oft ein Muster dahinter. Viele Betroffene erleben einen Kreislauf aus Eskalation, Entschuldigung, Versprechen – und erneutem Übergriff.
Kinder sind immer mitbetroffen
Wichtig: Kinder leiden unter Angst, Anspannung und Kontrolle – auch wenn sie „nur“ miterleben, was passiert.
Sie sind nicht schuld!
Sie sind nicht alleine. Es gibt Hilfeangebote. Und es ist in Ordnung, wenn Sie diese annehmen.
Hilfe ist da
In akuter Gefahr: 110
Beratung rund um die Uhr: Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ 116 016
Anlaufstellen und weitere Informationen zum Thema Gewalt gegen Frauen können Sie auf dem Portal „Bayern gegen Gewalt“ abrufen.
Ich suche konkrete Angebote für Männer.
Manchmal gerät das Leben leise aus der Spur. So wie bei einem gelernten Schreiner aus Cham – nennen wir ihn Michael. 49 Jahre alt, viele Jahre im selben Betrieb. Dann die Trennung. Eine kleinere Wohnung. Kurz darauf kippt alles: erst die Kündigung, dann Mietrückstände.
Auf dem Küchentisch stapeln sich Briefe. Mahnungen. Fristen. Michael legt sie zur Seite, Tag für Tag. In seinem Kopf läuft ein Satz mit: „Ich krieg das schon hin.“
Als der Vermieter kündigt, kommt die Angst. Michael sitzt spätabends am Handy und sucht nach Hilfe. Auf den Seiten des Bayerischen Sozialministeriums findet er Informationen zu Angeboten für Männer in schwierigen Lebenslagen – und den Hinweis auf eine Schuldnerberatung in seiner Region.
Am nächsten Morgen ruft er an. Die Beraterin nimmt sich Zeit, stellt die richtigen Fragen, vereinbart einen Termin. Beim ersten Gespräch bringt Michael seine Unterlagen mit. Gemeinsam ordnen sie die Post, erstellen einen Überblick und planen die nächsten Schritte: welche Zahlungen zuerst nötig sind, welche Fristen wichtig sind, welche Entlastung möglich ist.
Heute arbeitet Michael wieder in Teilzeit. Er hat seine Finanzen im Blick und eine verlässliche Anlaufstelle. Das gibt ihm Sicherheit – gerade dann, wenn es wieder eng wird.
In Bayern gibt es konkrete Angebote für Männer in belastenden Situationen: bei finanziellen Sorgen, rund ums Wohnen oder nach einer Trennung – und auch bei Gewalt. Fachkräfte in Beratungsstellen beraten, erklären und begleiten. So entsteht wieder Überblick – und daraus Handlungsfähigkeit.
Was bewegt Sie?Ich wünsche mir Rat und Unterstützung in einer herausfordernden Lebenslage.
Ein Ehepaar, nennen wir sie Julia und Martin, lebt in Mindelheim. Zwei Menschen, die sich einmal füreinander entschieden haben. Beide arbeiten, beide tragen Verantwortung. Termine, Kita, Einkauf. Abends noch schnell der Haushalt. Und irgendwo dazwischen: Beziehung.
Früher hatten sie diesen Blick füreinander. Dieses „Wir zwei“. In letzter Zeit bleibt davon oft ein Restprogramm: funktionieren, abstimmen, weiter. Gespräche drehen sich um Organisation. Um To-dos. Immer häufiger geraten sie aneinander. Oft wegen Kleinigkeiten. Danach liegt Stille in der Wohnung. Abstand. Jeder mit sich. Beide spüren: Da muss sich etwas verändern.
Ein Gespräch mit Freundinnen, Freunden oder Familie fühlt sich für beide falsch an. Also suchen sie nach einem anderen Weg.
Dabei stoßen sie auf die kostenlose Paar- und Familienberatung in Bayern. Sie lesen von vertraulichen Gesprächen, einem geschützten Rahmen und professioneller Begleitung.
Wieder ins Gespräch kommen
Im Gespräch entsteht Raum. Julia findet Worte für das, was sich seit Monaten staut. Martin beschreibt, wie erschöpft er ist – und wie sehr er sich wieder verbunden fühlen möchte. Die Beraterin hört zu, stellt Fragen und macht Muster sichtbar: Wer zieht sich zurück? Wer geht in den Angriff? Was passiert zwischen den Zeilen?
Nach einigen Terminen verändert sich ihr Alltag spürbar. Gespräche kippen seltener. Zuhören gelingt wieder. Auch an stressigen Tagen bleiben sie in Verbindung. Dazu kleine Anker im Alltag: ein Spaziergang, ein Abendessen, zehn Minuten echtes Gespräch am Küchentisch.
Wenn Sie gerade an einem Punkt stehen, an dem Sie Rat und Unterstützung wünschen: In Bayern gibt es Beratungsangebote und Anlaufstellen für familiäre Herausforderungen. Dort hören Menschen zu, ordnen die Situation ein und entwickeln gemeinsam mit Ihnen, wie es weitergeht.



