Sie machen sich Sorgen um jemanden? Suchen fachliche Unterstützung? Oder planen ein Präventionsprojekt? Hier finden Sie Beratungsangebote, Förderinfosund verlässliche Anlaufstellen rund um Radikalisierungsprävention in Bayern.
Radikalisierungsprävention in Bayern
FAQs: Radikalisierungsprävention in Bayern
Wenn Sie bei einem Familienmitglied Hinweise auf islamistische, rechts- oder linksextreme Radikalisierung feststellen, holen Sie sich frühzeitig fachliche Unterstützung. Erste Anlaufstelle ist die „Beratungsstelle Bayern“ des Violence Prevention Network. Erfahrene Fachkräfte beraten Sie kostenlos und vertraulich, helfen dabei, das Risiko einzuschätzen und erarbeiten mit Ihnen konkrete Handlungsschritte. Sie erreichen das Team unter 089 416 11 77 10 oder per E-Mail an bayern@violence-prevention-network.de.
Beobachten Sie besonders rechtsextreme Tendenzen, unterstützt zusätzlich die Eltern- und Angehörigenberatung F.U.E.R. unter 089 244 109 390. Besteht akute Gefahr für Leib und Leben, wählen Sie sofort den Polizeinotruf 110.
Ja. Die vom StMAS Bayern geförderte Fachstelle „F.U.E.R. – Familien-, Umfeld- und Elternberatung zu Rechtsextremismus“ steht Angehörigen, Freundinnen und Freunden sowie pädagogischen Fachkräften zur Seite, wenn sie rechtsextreme Sprüche, Verschwörungserzählungen oder gewaltbereite Haltungen wahrnehmen. Ein multiprofessionelles Team hilft, Warnzeichen einzuordnen, geeignete Gespräche vorzubereiten und konkrete Schritte zum Schutz aller Beteiligten zu planen.
Die Beratung ist kostenfrei, bundesweit erreichbar und absolut vertraulich:
- Telefon 089 244 109 390 (Mo–Fr 9–17 Uhr)
- kontakt@beratung-fuer.de
Auf Wunsch vermittelt F.U.E.R. weiterführende Hilfen vor Ort und begleitet den Prozess längerfristig.
In Bayern ist das Kompetenzzentrum für Deradikalisierung (KfD) beim Bayerischen Landeskriminalamt die zentrale Anlaufstelle für öffentliche Einrichtungen. Pädagogische Fachkräfte, Schulleitungen, Jugendämter oder Kommunen erhalten dort fachkundige Einschätzung, Handlungsempfehlungen sowie Unterstützung bei der Gefahrenbewertung und beim Aufbau passgenauer Interventionsstrategien. Das multiprofessionelle Team aus Polizei, Psychologie, Islam- und Politikwissenschaft arbeitet eng mit staatlich geförderten Beratungsstellen wie „Beratungsstelle Bayern“ und F.U.E.R. zusammen, um Betroffene zu schützen und Radikalisierungsprozesse frühzeitig zu stoppen.
- zum Kompetenzzentrum für Deradikalisierung (KfD) beim Bayerischen Landeskriminalamt Externer Link öffnet in neuem Fenster
- zur Website F.U.E.R. – Familien-, Umfeld- und Elternberatung zu RechtsextremismusExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Beratungsstelle Bayern – Kostenfreie Extremismusprävention des Violence Prevention NetworkExterner Link öffnet in neuem Fenster
Für Projekte zur Radikalisierungsprävention können Sie in Bayern Zuschüsse nach der Radikalisierungspräventionsrichtlinie (RPR) beantragen. Zuständige Bewilligungsbehörde für ganz Bayern ist die Regierung von Mittelfranken, Sachgebiet 15. Dort reichen Sie spätestens am 31. August (für das Folgejahr) einen schriftlichen Antrag mit Projektkonzept, Finanzierungsplan und den offiziellen RPR-Formularen ein. Wichtig: Sie übernehmen mindestens zehn Prozent der Projektkosten aus eigenen Mitteln.
Bevor Sie den Antrag ausfüllen, nehmen Sie am besten Kontakt mit den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im StMAS Bayern auf. Eine formlose Mail an radikalisierungspraevention@stmas.bayern.de genügt. Nach dem Beratungsgespräch bekommen Sie alle nötigen Formulare zugeschickt.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im StMAS Bayern sammeln und aktualisieren fortlaufend alle Infos zu geförderten Projekten, Fachveranstaltungen und hilfreichen Materialien. Schreiben Sie einfach an radikalisierungspraevention@stmas.bayern.de. Wir schicken Ihnen die aktuelle Übersicht, informieren Sie über kommende Fachtage und nehmen Sie auf Wunsch in unseren Fachverteiler auf – so bleiben Sie jederzeit über Projekte, Termine und Publikationen auf dem Laufenden.
Beratung, Hilfe & Projekte gegen Extremismus und Antisemitismus
Unsere Demokratie lebt von Menschen, die hinschauen – und handeln. In der Familie, im Freundeskreis, in der Schule und im Alltag. Doch immer wieder geraten Menschen in den Sog extremistischer Ideologien: schleichend, oft kaum merklich, manchmal erschreckend schnell.
Radikalisierung beginnt selten mit einem lauten Knall. Häufig sind es kleine Verschiebungen, die zunächst kaum auffallen: ideologisch aufgeladene Sprache, neue Freundschaften, ein Weltbild, das plötzlich in Schwarz und Weiß zerfällt. Soziale Medien können diesen Prozess erheblich beschleunigen – durch Algorithmen, die Gleichgesinnte vernetzen und extreme Positionen verstärken, bevor das Umfeld überhaupt reagieren kann.
Wer Extremismus, Radikalisierung und Antisemitismus entschlossen begegnen will, muss früh handeln – bevor Worten Taten folgen. Die Radikalisierungsprävention in Bayern verfolgt deshalb einen umfassenden Ansatz: Sie fördert gezielte Projekte und Maßnahmen für gefährdete Menschen und ihr Umfeld, sensibilisiert für Warnsignale und vernetzt Verantwortliche in Behörden, Praxis und Wissenschaft in einem starken, gemeinsamen Netzwerk.
Das Ziel ist klar: ein Miteinander, in dem Zusammenhalt stärker ist als Spaltung – und in dem jeder Mensch Unterstützung findet, wenn er sie braucht oder geben will.
Auf bayern-gegen-gewalt.de finden Betroffene, Fachkräfte, Angehörige und Interessierte
- Beratung und Unterstützung,
- Informationen zu Präventionsprojekten in den Bereichen Islamismus, Rechts- und Linksextremismus sowie Antisemitismus,
- Einladungen zu Veranstaltungen zum Austausch und zur Vernetzung.
Sie planen ein Projekt? Wir helfen weiter!
Das StMAS Bayern fördert im Bereich der Radikalisierungsprävention
- innovative Präventionsprojekte,
- den Aufbau von kommunalen Netzwerken sowie
- weitere Aktionen zur Sensibilisierung für die Thematiken.
Dazu stehen Landes- und Bundesmittel aus dem Programm „Demokratien leben!“ zur Verfügung. Auch eine mögliche Unterstützung bei einer Förderung durch das Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ können Sie mit uns besprechen.
Bei Fragen zu den Fördermöglichkeiten und der Antragstellung können Sie sich gerne vor Projektbeginn bei uns melden per Mail unter radikalisierungspraevention@stmas.bayern.de.
Für Förderungen aus Landesmitteln gilt die Richtlinie für die Förderung von Maßnahmen zur Prävention von politischer und religiös begründeter Radikalisierung (Radikalisierungspräventionsrichtlinie – RPR).


