In Bayern reden junge Menschen mehr als ein Wörtchen mit. Ob in einer Kita, Jugendgruppe oder Wohngruppe der Jugendhilfe – Kinder und Jugendliche wollen und sollen mitentscheiden. Der Freistaat stärkt ihre Partizipation bewusst. Denn wer früh Verantwortung übernimmt, wächst selbstbewusst ins Leben.
Partizipation von Kindern und Jugendlichen

So lebt Bayern Teilhabe von Kindern und Jugendlichen
Wo Kinder und Jugendliche mitdenken, wächst eine lebendige Gesellschaft. Sie wissen selbst am besten, was sie brauchen – und haben ein Recht darauf, sich einzubringen: zu Hause, in der Kita, in der Schule, im Verein oder in der Gemeinde.
Ob ein neuer Bolzplatz, ein Ausflug zur Feuerwehr oder Mitsprache im Klassenzimmer – junge Menschen haben Ideen. Und Bayern schafft Räume, in denen diese Ideen eine Bühne bekommen.
Beteiligung sichtbar machen
Kinder und Jugendliche gestalten ihren Alltag aktiv mit: als Klassensprecherinnen und Klassensprecher, bei Jugendparlamenten, in der Schülervertretung oder im Landesheimrat. Sie melden sich zu Wort, bringen Vorschläge ein, übernehmen Verantwortung. Damit Beteiligung noch besser gelingt, haben alle bayerischen Ministerien gemeinsam mit dem Landesjugendhilfeausschuss das Gesamtkonzept zur Stärkung der Partizipation von Kindern und Jugendlichen entwickelt. Auch Kinder und Jugendliche aus Bayern haben daran mitgewirkt. Das Papier erschien 2022 – als Leitbild für mehr Mitgestaltung.
Ziele des Konzepts
- Beteiligung ins Bewusstsein rücken: Kinder und Jugendliche bringen eigene Sichtweisen und Erfahrungen mit. Alle Generationen sollen diesen Beitrag erkennen und wertschätzen.
- Dialog fördern
Junge Menschen brauchen Räume, um mit Erwachsenen ins Gespräch zu kommen – regelmäßig, direkt und auf Augenhöhe. Bayern schafft dafür passende Formate. - Mitgestaltung im Alltag stärken
Ob zu Hause, in der Kita, in der Schule oder im Verein: Kinder und Jugendliche sollen ihre Meinung sagen, mitentscheiden und Verantwortung übernehmen können.
Partizipation von Anfang an
In Bayerns Kitas hat Partizipation einen festen Platz. Dies ist auch im Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) verankert: Kinder sollen den Kita-Alltag mitgestalten – altersgerecht und im direkten Austausch mit den Fachkräften.
Alltagsthemen mitentscheiden
Kinder bringen sich ein, wenn es um ihre Welt geht. Ob neue Bauklötze oder Spielküche, Faschingsmotto oder Hofgestaltung – jede Einrichtung entwickelt eigene Beteiligungsverfahren und verankert sie im Alltag. So lernen Kinder von klein auf: Meine Meinung zählt. Und: Ich kann etwas bewirken.
Auch Beschwerden sind Teil der Beteiligung
Mitreden heißt auch: sagen dürfen, wenn etwas nicht passt. Beschwerdemöglichkeiten geben Kindern Raum, eigene Interessen zu äußern – wertschätzend, ernst genommen und begleitet. So wachsen Selbstvertrauen und das Gefühl: Ich übernehme Verantwortung – für mich und für andere.
Partizipation ist Qualitätsmerkmal
Im Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan (BayBEP) und in der BayBEP-Handreichung für unter Dreijährige gilt Partizipation als Schlüssel für gute pädagogische Qualität – in Kita und Kindertagespflege.
Jugend in Bayern – selbstbestimmt und eigenverantwortlich
Junge Menschen gestalten ihre Freizeit in Bayern aktiv mit: Ob im Jugendverband, im Sportverein, in Jugendgruppen oder in Einrichtungen der offenen Jugendarbeit – hier finden sie Räume, in denen sie eigene Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft erleben.
Aktionsplan Jugend – Dialog auf Augenhöhe
Jugendliche wollen mitreden, mitgestalten, mitentscheiden. Der Bayerische Aktionsplan Jugend greift diesen Wunsch auf: Das Jugendministerium fördert Projekte, die junge Stimmen hörbar machen – und bringt Politik und Jugend miteinander ins Gespräch. Wertschätzung, Austausch und Beteiligung stehen im Mittelpunkt.
Der Bayerische Jugendring – einzigartig in Deutschland
Ein starkes Zeichen für Partizipation: Im Bayerischen Jugendring (BJR) organisieren sich Jugendverbände selbst. Sie wählen ihre Gremien, treffen Entscheidungen und setzen Impulse für die Jugendarbeit im ganzen Freistaat. Einzigartig in Deutschland: Dem BJR wurden für den Bereich Jugendarbeit zudem staatliche Aufgaben übertragen. Bayern übergibt damit echte Verantwortung an die junge Generation – so konsequent wie kein anderes Bundesland.

Partizipation in den Hilfen zur Erziehung
Wenn Kinder oder Jugendliche Hilfen zur Erziehung erhalten, braucht es mehr als gute Konzepte. Entscheidend ist, ob junge Menschen selbst mitwirken können – und ob ihre Stimme zählt. Besonders in stationären Einrichtungen trägt Beteiligung dazu bei, schwierige Situationen zu bewältigen und passende Wege zu finden.
Alltag gemeinsam gestalten
Kinder und Jugendliche, die in einer Wohngruppe leben, sollen mitentscheiden: Was kommt auf den Tisch? Wie läuft die Freizeit? Welche Regeln gelten im Alltag? Darüber hinaus gehört auch die Beteiligung am Hilfeplanverfahren dazu (Achtes Buch Sozialgesetzbuch – SGB VIII, Paragraf 36) – denn es geht um ihre persönliche Entwicklung und um ihren individuellen Bedarf.
Beteiligung ist Standard
Jede Einrichtung muss konkret zeigen, wie sie Kinder und Jugendliche beteiligt – und welche Wege sie für Beschwerden eröffnet. Das gehört zu den Voraussetzungen für die Betriebserlaubnis. Wie das gut gelingen kann, zeigen Praxisbeispiele aus Bayern. Der Landesjugendhilfeausschuss hat sie in Empfehlungen zusammengefasst.
Landesheimrat Bayern – starke Stimme für junge Menschen in Einrichtungen
Kinder und Jugendliche, die in stationären Einrichtungen leben, wissen am besten, was sie brauchen. Der Landesheimrat Bayern sorgt dafür, dass ihre Anliegen gehört werden – laut, klar und landesweit. Seit 2013 bringt er ihre Sichtweisen in die Politik und Fachpraxis ein – mit Rückhalt des Familienministeriums.
Alltag mitgestalten – Strukturen verändern
Der Landesheimrat setzt sich für echte Beteiligung ein: für Mitsprache im Alltag genauso wie für Mitwirkung bei großen Entscheidungen. Auf seiner Website finden Fachkräfte praktische Empfehlungen – zum Beispiel einen Fragebogen, der dabei hilft, die Bedürfnisse und Wünsche der jungen Menschen vor Ort besser zu erfassen.
Gemeinsam weiterdenken
Einmal im Jahr kommen junge Menschen, Fachkräfte und Entscheidungsträgerinnen und -träger zur landesweiten Jahrestagung IPSHEIM zusammen. Die Veranstaltung schafft Raum für Austausch, neue Ideen und gemeinsame Perspektiven – für mehr Beteiligung in der Heimerziehung, Schritt für Schritt.

