Die junge Generation erhebt ihre Stimme – und Bayern hört zu. Der Bayerische Aktionsplan Jugend stärkt seit 2019 den Dialog und die außerschulische Demokratiebildung. Er schafft Plattformen für Jugendanliegen und unterstützt Fachkräfte.
Bayerischer Aktionsplan Jugend

Aktionsplan stärkt junge Menschen und Jugendwerker
Wer heute jung ist, gestaltet morgen Bayern. Darum zählt jede Idee, jede Stimme, jedes Engagement. Der Aktionsplan Jugend bringt seit 2019 frischen Schwung in die bayerische Jugendpolitik. Das Jugendministerium hat ihn zusammen mit jungen Menschen und Fachleuten entwickelt.
Die fünf Handlungsfelder des Bayerischen Aktionsplans Jugend:
- Dialog mit der Jugend intensivieren
- öffentliche Plattformen für Jugendanliegen schaffen
- Jugendthemen vor Ort weiterentwickeln
- außerschulische Demokratiebildung stärken
- Jugendwerker (Fachkräfte und Ehrenamtliche) unterstützen
Partner aus der Praxis
Damit der Bayerische Aktionsplan Jugend greift und junge Menschen in Bayern leichter mitreden und mitgestalten können, arbeiten erfahrene Jugend- und Medienprofis mit dem Bayerischen Jugendministerium zusammen – zum Beispiel:
- Der Bayerische Jugendring (BJR) stärkt die öffentliche Jugendhilfe im Freistaat.
- Das Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF) bringt Wissen und Ideen rund um Medien und Bildung ein.
Engagiert setzen sie Projekte um, öffnen Räume für Beteiligung und bringen die Themen der Jugend so direkt in die Gemeinden, Schulen und Jugendtreffs.
Jugendarbeit steht in Bayern auf einem starken Fundament: durch klare Regeln im Achten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) und das Kinder- und Jugendprogramm der Staatsregierung aus dem Jahr 2013. Zusammen geben sie den Rahmen vor, damit junge Menschen im Freistaat gute Chancen haben und ihre Zukunft aktiv gestalten können.
Gute-Praxis-Beispiele aus fünf Handlungsfeldern
Der Aktionsplan Jugend wirkt direkt im Alltag junger Menschen – auf dem Sportplatz, in der Schule, im Verein, im Jugendzentrum. Fünf Handlungsfelder geben den Rahmen vor. In vielen Städten und Gemeinden sind daraus sehr gute Gute-Praxis-Projekte entstanden. Sie zeigen: Engagement verändert Bayern.
Dialog mit der Jugend intensivieren (Handlungsfeld 1)
Bayerische Jugendpolitiktage: Hier reden junge Menschen direkt mit Politikerinnen und Politikern. Die Gesprächsrunden sind lebendig, offen – manchmal auch kontrovers. Unter dem Motto „Jugend im Gespräch mit…!“ geht es um alles, was bewegt – Schule, Klima, gleiche Chancen. Höhepunkte sind die Begegnungen mit den Staatsministerinnen und Staatsministern. Das Jugendministerium hat die Reihe 2022 gestartet und ist bei jedem Termin mit Unterstützung des Bayerischen Jugendrings dabei. Eingeladen sind alle zwischen 14 und 21 Jahren, die ihre Ideen und Forderungen auf den Tisch bringen wollen.
Ein Ministerium von innen erleben: Jugendgruppen aus ganz Bayern besuchen das Jugendministerium, stellen ihre Fragen und kommen ins Gespräch. Wie arbeitet die Behörde? Was tut sie für Kinder und junge Menschen? Mitarbeitende geben Einblicke in ihren Alltag, erklären Abläufe und zeigen, wie Entscheidungen entstehen. Die Gruppen wählen selbst ein Thema, zu dem sie direkt mit den Fachleuten diskutieren. Seit 2019 bringt dieses Angebot Politik und junge Menschen an einen Tisch – offen, persönlich und auf Augenhöhe.
Öffentliche Plattformen für Jugendanliegen schaffen (Handlungsfeld 2)
Das Smartphone ist immer dabei – warum nicht auch eine App, die zeigt, was junge Menschen in Bayern vor Ort erleben können? Jugendtreff um die Ecke, Poetry-Slam, Bandprojekt: alles nur einen Fingertipp entfernt.
Seit 2025 erforschen der Bayerische Jugendring und das Institut für Medienpädagogik, was Jugendliche und Fachkräfte von so einer App erwarten. Sie sammeln Ideen in Workshops, befragen online und vergleichen bestehende Apps im deutschsprachigen Raum.
Ziel ist ein digitales Angebot, das Jugendlichen in ganz Bayern Orientierung gibt und Fachkräften die Arbeit erleichtert. 2026 steht fest, welche Funktionen den Alltag junger Menschen bereichern – und wie die App ihnen und den Fachkräften vor Ort am meisten hilft.
Jugendthemen vor Ort weiterentwickeln (Handlungsfeld 3)
Seit 2023 arbeiten die Fachleute der Kinder- und Jugendbeteiligung im Bayerischen Jugendring (KiJuBa) mit Kindern und Jugendlichen in ganz Bayern zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Angebote und Aktionen, mit denen junge Menschen ihre Ideen einbringen, Entscheidungen mitgestalten und ihr Lebensumfeld aktiv verändern – ob im Stadtteil, in der Schule oder im Verein.
Außerschulische Demokratiebildung stärken (Handlungsfeld 4)
Wo dieser Satz steht, geht es um echte Beteiligung. In ganz Bayern treffen sich junge Menschen, informieren sich, diskutieren und bringen ihre Ideen ein. Mit dem Bayerischen Aktionsplan Jugend sind dafür Formate entstanden, die Spaß machen, zum Mitreden einladen und Lust auf Verantwortung wecken.
Wie wollen wir in Bayern zusammenleben? Was macht unser Miteinander fair, lebendig und wertvoll – auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind? Welche Themen liegen jungen Menschen am Herzen?
Bei den Zukunftsdialogen vor Ort sprechen Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren offen über ihre Ideen, Wünsche und Sorgen. Sie treffen sich in Workshops, schreiben KI-Songs, entwerfen Memes oder gestalten andere kreative Projekte. Ganz wichtig: Zeit für echtes Zuhören – untereinander und mit der Politik.
Höhepunkt ist der Zukunftsdialogtag mit Jugendministerin Ulrike Scharf. Sie hört zu, was die Jugendlichen bewegt, geht ins Gespräch und erzählt aus ihrer Arbeit.
Seit 2024 läuft das Format, getragen vom Jugendministerium und dem Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF). Stationen gab es schon in Bayreuth, Weilheim, Roth und Aichach. Wo es als Nächstes hingeht und welche Erfahrungen die Jugendlichen gemacht haben, berichtet das JFF.
Einmal im Jahr geht es für junge Menschen aus Bayern direkt ins Herz Europas – nach Brüssel. Dort sprechen sie mit Politikerinnen und Politikern der EU über ihre Ideen, Sorgen und Wünsche. Seit 2016 machen diese Begegnungen Europa greifbar und bringen bayerische Perspektiven ins Gespräch. Die Bayerische Staatsregierung und der Bayerische Jugendring unterstützen die Reise – damit die Anliegen junger Menschen in Brüssel gehört werden und europäische Themen zurück nach Bayern kommen.
Demokratie lebt, wenn Menschen zusammenkommen – und das feiert Bayern. Das Jugendministerium und das Haus der Bayerischen Geschichte haben den Donaumarkt am Regensburger Museumsufer in ein buntes Festgelände verwandelt. Viele junge Menschen haben Mitmachaktionen ausprobiert, Live-Konzerte gehört, an Workshops teilgenommen, Entdeckungstouren unternommen und sich mit anderen über Werte, Freiheit und Miteinander ausgetauscht.
Demokratie öffnet Türen: Ein Mädchen kann Pilotin werden, ein Mann Erzieher. Jede und jeder entscheidet selbst, wen sie oder er liebt und wann geheiratet wird. Verschiedene Meinungen prallen aufeinander, Diskussion und Streit sind willkommen – solange Respekt und Gewaltfreiheit gelten. Diese Werte halten unser Miteinander zusammen. Doch es gibt Gruppen, die genau das angreifen, oft mit Blick auf Jugendliche und junge Erwachsene.
Hier setzt das Programm „mehrWERT Demokratie“ an. Getragen vom Bayerischen Jugend¬ministerium und dem Bayerischen Schullandheimwerk (BSHW), zeigt es jungen Menschen im Schullandheim, wie Demokratie funktioniert und wie man extremistischen Parolen die Stirn bietet. Entwickelt wurde das Angebot im Wertebündnis Bayern, in dem seit 2010 Vereine, Verbände und Stiftungen gelebte Werte stärken.
Im Schullandheim vertiefen Jugendliche drei Schwerpunkte:
- die Grundlagen der Demokratie
- ihre Gefahren und Angriffe
- konkrete Wege, sich selbst für Freiheit und Vielfalt einzusetzen
Wer Lust hat, Demokratie hautnah zu erleben und mitzugestalten, findet alle Infos und Anmeldemöglichkeiten direkt beim Bayerischen Schullandheimwerk oder auf den Seiten des Jugendministeriums.
Jugendwerker (Fachkräfte und Ehrenamtliche) unterstützen (Handlungsfeld 5)
Zocken, chatten, streamen – das Netz ist für viele Kinder, Jugendliche und junge Volljährige längst einer der Treffpunkte Nummer eins. Genau dort sind Bayerns Digitale Streetworkerinnen und Streetworker unterwegs. Ob in Foren, auf Discord oder mitten im Match: Sie hören zu, geben professionellen Rat und zeigen, welche Anlaufstellen vor Ort weiterhelfen. Seit 2019 treiben das Bayerische Jugendministerium und der Bayerische Jugendring dieses europaweit beachtete Modellprojekt voran, wissenschaftlich begleitet vom JFF – Institut für Medienpädagogik. So bleibt im digitalen Raum niemand allein.
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Vergangene Maßnahmen – für die Zukunft lernen
2022 stand Europa im Zeichen der Jugend – und Tschechien übernahm die EU-Ratspräsidentschaft. Junge Menschen aus Bayern und den westlichen Regionen Tschechiens haben in dieser Zeit ihre Ideen für die Zukunft Europas eingebracht. Fast 15.000 Teilnehmende zwischen 15 und 27 Jahren haben knapp 600 Vorschläge geschickt – von Klimaschutz bis Austauschprogrammen. Im Herbst 2023 haben sich deutsche und tschechische Jugendliche bei Begegnungen vor Ort getroffen, Freundschaften geknüpft und gemeinsame Pläne für ein offenes, starkes Europa geschmiedet.
Vom 20. bis 22. September 2021 trafen sich in Nürnberg Fachkräfte, Ehrenamtliche, Forschende, Verwaltungsleute und Politikerinnen und Politiker aus ganz Deutschland. Drei Tage lang ging es um Ideen, Erfahrungen und Perspektiven für die Kinder- und Jugendarbeit.
Organisiert haben den Kongress der Forschungsverbund DJI/TU Dortmund und der Bayerische Jugendring – gemeinsam mit der Stadt Nürnberg. Unterstützung kam vom Bundesfamilienministerium, dem Bayerischen Jugendministerium und der Stadt Nürnberg.
2020 und 2021 haben junge Menschen in Bayern unter dem Hashtag #JugendMITWirkung gezeigt, was Partizipation für sie bedeutet und wie Jugendbeteiligung wächst. Vor allem 14- bis 27-Jährige haben Ideen und Impulse beigesteuert – von mehr Mitsprache in der Schule bis zu kreativen Projekten in ihrer Stadt. Die Beiträge haben klare Hinweise gegeben, wie Politik und Gemeinschaft Jugendliche noch besser einbinden.
Die Corona-Pandemie hat tiefe Spuren hinterlassen: Kinder und Jugendliche haben sich oft allein, ausgelaugt oder abgehängt gefühlt. Auch Jugendzentren, Vereine und Fachkräfte mussten kämpfen, um wieder Schwung in ihre Arbeit zu bringen.
2022 und 2023 haben das Jugendministerium und der Bayerische Jugendring deshalb ein starkes Zeichen gesetzt:
- In Städten, Gemeinden und Landkreisen sind neue Projekte entstanden – vom Streetball-Turnier über Musik-Workshops bis zu kreativen Ferienaktionen.
- Die Medienkampagne „Irgendwo bist du immer richtig“ hat Mut gemacht, sich wieder in Jugendgruppen, Vereinen oder Projekten zu engagieren.
So wuchs Schritt für Schritt wieder ein lebendiges Miteinander – vor Ort, echt und gemeinsam.
Ein Wochenende lang – vom 8. bis 10. Oktober 2021 – sprühten auf Bildschirmen in ganz Bayern Ideen. Beim digitalen Hackathon #IdeenFürDieJugend trafen sich Jugendliche zwischen 14 und 27 Jahren, um neue Formen der Beteiligung zu entwickeln. Teams entwarfen Konzepte, präsentierten sie in Pitches und feierten die besten Einfälle.
Im November wählte eine Fachjury 21 Projekte aus. Das Jugendministerium stellte gemeinsam mit dem Bayerischen Jugendring und dem JFF eine Million Euro bereit, damit die Teams ihre Ideen bis Oktober 2022 umsetzen konnten – vom digitalen Jugendtreff bis zu kreativen Mitmachformaten vor Ort.
So entstand aus einem Wochenende voller Energie eine ganze Reihe echter Beteiligungsprojekte – entwickelt von jungen Menschen, für junge Menschen.
Bayern hat 2024 noch stärker in Demokratie investiert – genau 2,56 Millionen Euro. Mit diesem Geld haben Bezirks-, Kreis- und Stadtjugendringe im ganzen Freistaat Veranstaltungen organisiert, bei denen junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren über die Werte der Bayerischen Verfassung und des Grundgesetzes gesprochen haben. 87 von 103 Jugendringen haben mitgemacht und dafür gesorgt, dass Demokratie vor Ort lebendig geworden ist – in Workshops, Diskussionsrunden und kreativen Projekten.
Interesse an Jugendarbeit in Bayern? Anmeldung genügt – das Familienministerium informiert regelmäßig zu Terminen, Projekten und Themen.
