KoKi – Netzwerk frühe Kindheit

Kinderschutz beginnt lange, bevor Gefahr droht. Fachkräfte der KoKis bündeln und vernetzen Frühe Hilfen vor Ort. Ein starkes Netzwerk – mit offenen Augen für Risikofaktoren für das Kindeswohl und mit der richtigen Unterstützung für junge Familien, wenn es darauf ankommt.

Ein Mädchen sitzt im Freien auf einem Liegestuhl und bläst Seifenblasen.
StMASBilderpool/LaraFreiburger

Bayern stärkt KoKi-Netzwerke

Ein Kind verändert alles: Eltern empfinden Freude, Stolz – und oft auch ein bisschen Unsicherheit. Manchmal kann aus großen Herausforderungen sogar Überforderung werden. Gerade diese Familien brauchen Menschen, die an ihrer Seite stehen. Dafür gibt es in Bayern die Koordinierenden Kinderschutzstellen (KoKi – Netzwerk frühe Kindheit).

Die KoKi-Fachkräfte hören zu, stärken und unterstützen Eltern mit den passenden Angeboten – von der Familienhebamme bis zur Erziehungsberatung. Die Wurzeln von KoKi liegen im Modellprojekt „Guter Start ins Kinderleben“ (2006–2008). Nach Abschluss des Projekts hat das Familienministerium gemeinsam mit der Fachpraxis das Konzept der Koordinierenden Kinderschutzstellen (KoKi – Netzwerk frühe Kindheit) entwickelt. Es wird in allen Regionen Bayerns umgesetzt – für schnelle und verlässliche Frühe Hilfen von Anfang an.

Bayern setzt bundesweit Standards

Seit 2009 unterstützt das Familienministerium die Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe mit dem KoKi-Förderprogramm. Die fachliche Begleitung des Förderprogramms erfolgt durch das Bayerische Landesjugendamt.

Der Erfolg zeigte Wirkung. Zentrale Elemente des bayerischen KoKi-Konzepts wurden im Bundeskinderschutzgesetz verankert (BKiSchG, Artikel 1, Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz, in Kraft seit 2012). Heute gilt: Wer über Frühe Hilfen spricht, muss auch nach Bayern schauen. Hier sind für ganz Deutschland Maßstäbe gesetzt worden.

Ein starkes Netz für Familien

Ein Kind großzuziehen bringt Glücksmomente – und echte Herausforderungen. Das KoKi-Netzwerk fängt Familien in dieser sensiblen Zeit auf. In jeder Region arbeiten die KoKi-Fachkräfte mit vielen Partnerinnen und Partnern zusammen: Ärztinnen und Ärzte, Hebammen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Schwangerschaftsberatungsstellen, der Behindertenhilfe, Frühförderstellen und von den Trägern der freien Jugendhilfe. Die KoKi-Fachkräfte koordinieren das Netzwerk, bauen neue Kontakte auf und sorgen dafür, dass Eltern die richtige Unterstützung finden – unkompliziert und frühzeitig.

Hürden abbauen, Hilfe annehmen

Manche Familien zögern, Hilfe anzunehmen. KoKi macht Angebote sichtbar und senkt Hemmschwellen. Wer früh erkennt, dass eine Familie Unterstützung braucht, kann rechtzeitig handeln und Kindeswohlgefährdungen vermeiden.
Eltern entscheiden selbst, ob und wie sie KoKi-Angebote nutzen – alles auf freiwilliger Basis – und sie wissen, dass sie jederzeit die erforderliche Unterstützung bekommen.

Frühe Hilfen: Unterstützung, die ankommt

Ein Baby schreit. Der Vater wirkt erschöpft, ringt um Fassung. Eine Familienhebamme sitzt ihm gegenüber, hört zu, erklärt, zeigt, wie er sich und das Kind am besten beruhigt. Dieses Gefühl: Da ist jemand – genau dafür gibt es die Frühen Hilfen.

In Bayern haben sich schon mehr als 500 Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich zusätzlich qualifiziert, um – im Auftrag der KoKis – Familien in solchen Momenten zu begleiten. Familienhebammen, Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und andere zertifizierte Gesundheitsfachkräfte bringen ihre Erfahrung ein und wissen genau, worauf es in den ersten Jahren eines Kindes ankommt.

Anlaufstellen in Bayern

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