Jugendsozialarbeiterinnen und -arbeiter sind Teil des Schulalltags. Sie hören zu, vermitteln, helfen durch schwierige Phasen. Sie kennen die Sorgen – und schaffen Wege raus aus der Sackgasse. So wachsen Chancen genau da, wo junge Menschen sie brauchen.
Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS)

Wenn alles zu viel wird, hilft jemand weiter
Ein Junge starrt aus dem Fenster, die Klassenarbeit vor ihm bleibt leer. Ein Mädchen meidet die Pause, weil sie weiß, was auf dem Schulhof wartet. Manchmal wird das Leben zu schwer, um allein klarzukommen. In solchen Momenten kommt es darauf an, dass jemand da ist.
Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) greift ein, bevor es kippt. Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen begleiten junge Menschen direkt an ihrer Schule: im Gespräch, in Krisen, im Vertrauen. So entsteht Nähe, ohne Noten. Und Hilfe, die trägt.
JaS richtet sich an junge Menschen,
- deren Familien mit Geldsorgen oder anderen Belastungen kämpfen,
- die in der Schule fehlen, anecken oder sich zurückziehen,
- die keine Perspektive sehen für Ausbildung oder Arbeit,
- die nach Flucht oder Zuwanderung Halt suchen,
- die sich oft streiten oder Gewalt als Ausweg sehen,
- die mit Trennung, Mobbing, Sucht oder anderen Krisen ringen,
- die Angst vor Schule, Prüfungen oder dem Leben haben,
- die sich selbst wenig zutrauen.
Passgenau fördern – gezielt unterstützen
Wo Kinder in schwierige Situationen geraten, braucht Schule Rückhalt. Jugendsozialarbeit (JaS) bringt genau das – mit Fachkräften, die unterstützen, vermitteln, Halt geben. Die Jugendhilfe übernimmt Verantwortung: Jugendämter und freie Träger setzen JaS dort um, wo der Bedarf am größten ist. Sie stimmen sich mit den Schulen vor Ort ab, analysieren die Lage und sorgen dafür, dass Hilfe ankommt – konkret, verlässlich, nah am Alltag der jungen Menschen.
Seit über 20 Jahren ein fester Bestandteil
Bayern stärkt die Jugendsozialarbeit an Schulen seit dem Jahr 2002 – als festen Baustein seiner Kinder- und Jugendpolitik. Der Freistaat unterstützt das Angebot finanziell. Träger der öffentlichen Jugendhilfe und aner-kannte Träger der freien Jugendhilfe, die nicht gleichzeitig Schulträger sind, können Fördermittel erhalten – auf Grundlage von Paragraf 13 Achtes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII).
Nur wer qualifiziert ist, kommt zum Einsatz
Für JaS braucht es Fachleute mit klarem Kompass. Staatlich anerkannte Sozialpädagoginnen und Sozialpä-dagogen mit Diplom oder Bachelor in Sozialer Arbeit übernehmen die Aufgabe. Der Freistaat unterstützt das mit einer festen Förderung: 16.360 Euro pro Vollzeitkraft, 8.180 Euro bei halber Stelle.
Offen für viele Schularten
Jugendsozialarbeiterinnen und -arbeiter an Schulen begleiten junge Menschen unabhängig von Alter oder Schulform. Bayern fördert Stellen an folgenden Schularten:
- Grund- und Mittelschulen
- Wirtschaftsschulen, Realschulen, Gymnasien
- Fachoberschulen und Berufsoberschulen
- Berufsschulen und Berufsfachschulen
- Sonderpädagogische Förderzentren (SFZ) mit den Schwerpunkten Lernen, Sprache sowie Emotionale und Soziale Entwicklung
- Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt Sprache
- Realschulen und Fachoberschulen zur sonderpädagogischen Förderung
- Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung mit den Förderschwerpunkten Lernen sowie Emo-tionale und Soziale Entwicklung
Hinweise und Infos für Träger
Hier geht es zu den Grundlagen für die staatliche Förderung – einfach online abrufen.
- Richtlinie zur Förderung der Jugendsozialarbeit an Schulen ab 2025 (PDF) Externer Link öffnet in neuem Fenster
- das Handbuch zur Jugendsozialarbeit an Schulen digital durchblätternExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Leitfaden zur Erstellung einer Kooperationsvereinbarung zwischen Jugendhilfe und Schule (PDF) (79.7 kB, pdf)
Datenschutz ist ein wichtiger Begleiter in der Jugendsozialarbeit an Schulen. Das Bayerische Landesjugend-amt hat deshalb ein FAQ zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und Jugendsozialarbeit an Schulen erstellt – mit klaren, praktischen Antworten für Träger und Fachkräfte.
Folgende weitere Richtlinien sorgen dafür, dass alle zusammenarbeiten, um Jugendliche in Bayern bestmöglich zu fördern und zu schützen:
Für die Datenerfassung stehen verschiedene Vorlagen bereit:
- JaS-Erfassung 2018 - LibreOfficeExterner Link öffnet in neuem Fenster
- JaS-Erfassung 2018 - OpenOffice – EinzelfallarbeitExterner Link öffnet in neuem Fenster
- JaS-Erfassung 2018 - OpenOffice – ProjekteExterner Link öffnet in neuem Fenster
- JaS-Erfassung 2018 - SachberichtExterner Link öffnet in neuem Fenster
- JaS-Erfassung 2018 - TrägerberichtExterner Link öffnet in neuem Fenster
Für die Datenerfassung stehen verschiedene Vorlagen bereit:
Für die Datenerfassung stehen verschiedene Vorlagen bereit:
- die Datei JaS-Erfassung 2022 - Sachbericht neuExterner Link öffnet in neuem Fenster
- die Erfassungsdatei von 2020 (optional unverändert nutzbar für den Sachbericht)Externer Link öffnet in neuem Fenster
- für Träger, die mit LibreOffice oder OpenOffice arbeiten: weiterhin die Version von 2018Externer Link öffnet in neuem Fenster
So gelingt JaS – Wissen, Austausch, Zusammenarbeit
Wer Jugendsozialarbeit an Schulen macht, bewegt sich im Spannungsfeld: zuhören, begleiten, beraten – und dabei mit Erwartungen aus vielen Richtungen jonglieren. Die Leitung der Schule hat eine Idee vom Schulklima. Lehrkräfte denken an den Lernerfolg. Eltern hoffen auf Hilfe im Alltag. Jugendämter und freie Träger wollen, dass Kinder gut ankommen – in der Schule, im Leben.
In dieser komplexen Situation bekommt JaS gezielte Unterstützung: mit einer landesweiten Fortbildungskonzeption, entwickelt vom Bayerischen Landesjugendamt. Sie schafft Klarheit über Auftrag, Haltung und Rolle der JaS-Fachkraft – und fördert genau das, was im Alltag zählt: Austausch, Orientierung und verlässliche Zusammenarbeit.
Die Fortbildung besteht aus vier Bausteinen:
- Basiswissen – für alle, die neu in die JaS einsteigen
- Vertiefungskurse – zu den Schwerpunkten der täglichen Arbeit
- Tandem-Kurse – für JaS-Fachkräfte und Lehrkräfte, die gemeinsam an einer Schule arbeiten
- Leitungskurse – für Fachkräfte mit Führungsverantwortung
So bleibt JaS in Bayern stark – professionell, handlungsfähig und nah an den jungen Menschen.
JaS – Erfolg in Zahlen
2024 war Jugendsozialarbeit an Schulen an 1.862 Schulen in Bayern präsent – mit 1.380 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) für Fachkräfte, die jungen Menschen zur Seite stehen. Ein Blick auf die Verteilung:
- Oberbayern: 489 Schulen, rund 380 VZÄ
- Niederbayern: 205 Schulen, rund 138 VZÄ
- Oberpfalz: 234 Schulen, rund 196 VZÄ
- Oberfranken: 188 Schulen, rund 127 VZÄ
- Mittelfranken: 208 Schulen, rund 166 VZÄ
- Unterfranken: 262 Schulen, rund 175 VZÄ
- Schwaben: 276 Schulen, rund 198 VZÄ
