Autismusstrategie Bayern

Autistinnen und Autisten erleben die Welt auf eine besondere Weise. In Bayern greift die Autismusstrategie diese Perspektive auf. Sie begleitet von Anfang an – in der Kita, in der Schule, bei der Arbeit und im Alltag. Immer da, wo Unterstützung zählt.

Ein junger Mann malt ein Aquarellbild.
iStock/Julia Kozlov

Autismus – ein anderer Blick auf die Welt

Autismus verändert den Blick auf die Welt. Die Sinne arbeiten anders, die Kommunikation folgt eigenen Mustern. Viele Autistinnen und Autisten vertiefen sich mit Leidenschaft in ein bestimmtes Thema, sie lieben Routinen, tun sich aber mit nonverbaler Sprache schwer. Diese Eigenheiten machen den Alltag für sie und ihre Angehörigen oft zu einer Herausforderung.

Autismus ist keine Seltenheit – etwa ein Prozent der Bevölkerung gehört zum Autismus-Spektrum. Das bedeutet, in Deutschland leben rund 800.000 Menschen mit dieser besonderen Wahrnehmung. Heute erhalten mehr Menschen die Diagnose Autismus als früher. Das liegt an besseren Diagnoseverfahren und einem gewachsenen Verständnis für Autismus.

Bayern geht voran

2023 hat der Freistaat als erstes Bundesland seine eigene Autismusstrategie auf den Weg gebracht. Sie erleichtert den Alltag von Autistinnen, Autisten und ihren Familien spürbar. Verbesserter Zugang zu Diagnostik, gezielte Therapien, mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ein wachsendes Verständnis in der Gemeinschaft sorgen für echte Veränderungen.

Da sein, verstehen, begleiten – Infos für Betroffene, Angehörige und Interessierte

Autismus ist vielfältig – und manchmal herausfordernd. Ob Fachkraft, Familienmitglied oder selbst betroffen: Wer mehr verstehen will, findet hier gezielte Informationen:

Für ein besseres Miteinander – die Autismusstrategie Bayern

Verstehen, was den anderen bewegt – das ist der erste Schritt für ein gutes Miteinander. Deshalb setzt sich die Bayerische Staatsregierung dafür ein, Autismus und seine vielen Facetten verständlich und nahbar zu machen. Dabei stehen die Bedürfnisse von Autistinnen und Autisten im Vordergrund – genauso wie ihre besonderen Stärken und Talente.

Im Februar 2023 hat die Staatsregierung die Autismusstrategie veröffentlicht. Die Staatsministerien für Soziales, Unterricht, Gesundheit und Wissenschaft haben sie gemeinsam erarbeitet – basierend auf den Empfehlungen der Hochschule München als Ausdruck eines breiten Beteiligungsprozesses.

Besonders wichtig: Betroffene und ihre Familien haben ihre Stimmen eingebracht. Klar und deutlich. Ihre Erfahrungen haben die Richtung gewiesen.
 

Autismusstrategie Bayern im Überblick

Zwei Ziele stehen im Mittelpunkt: mehr Verständnis für Autismus in der Gemeinschaft schaffen und die Lebensqualität von Autistinnen und Autisten und ihren Familien spürbar verbessern.

Die Autismusstrategie blickt auf das ganze Leben: von der Geburt bis ins Alter, von der Freizeit bis zum Arbeitsplatz. Auch die Gesundheit und Diagnostik sind wichtige Themen. Fünf gleichwertige Handlungsfelder machen die Strategie konkret:

  • Aufklärung
  • Wissen erweitern
  • früher erkennen
  • Gesundheit fördern
  • Teilhabe ermöglichen

Damit die Strategie lebendig bleibt, kommt der Runde Tisch Autismus zweimal im Jahr zusammen. Dort sprechen Fachleute, Betroffene, Angehörige sowie Vertreterinnen und Vertreter der Ministerien über die nächsten Schritte. Alle bringen ihre Perspektive ein – für ein Bayern, das Autismus besser versteht.

Bayernweit gut beraten: Kompetenzzentren in allen Regierungsbezirken

Manchmal braucht es einfach jemanden, der zuhört und versteht. Autistinnen und Autisten, ihre Familien, aber auch Fachkräfte in Kitas und Schulen suchen oft Rat, wenn es um Autismus geht. In Bayern gibt es dafür seit 2007 die Autismuskompetenzzentren – in jedem Regierungsbezirk mindestens eine Anlaufstelle, die weiterhilft.

Hier finden Menschen Antworten und Unterstützung, die sie im Alltag stärkt:

  • Beratung und Hilfe in allen Lebensbereichen
  • Einblicke in die Welt autistischer Wahrnehmung
  • Unterstützung bei der Alltagsbewältigung und bei Übergängen in Schule und Beruf
  • Räume zum Austausch und zur Vernetzung

Die Fachteams der Kompetenzzentren bieten auch Trainings für Eltern, Schulungen für Lehrkräfte, die autismusgerechte Lernumgebungen schaffen, und informieren Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. So trägt Bayern dazu bei, dass Menschen mit Autismus ihre Stärken zeigen – und die Gemeinschaft vielfältiger und inklusiver wird.

Kontakt zu den Kompetenzzentren

Von Familien, die Entlastung suchen, bis zu Autistinnen und Autisten, die Unterstützung bei Alltag und Arbeit brauchen: Fachkräfte in den Autismuskompetenzzentren in Bayern hören zu, begleiten und helfen. Sie bieten familienentlastende Dienste, Beratung und Informationen rund um Diagnostik und Therapien. Hier stellen sie sich und ihre Angebote vor:

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