Inklusion am Arbeitsplatz

Inklusion heißt auch: den eigenen Weg ins Berufsleben gehen. Arbeit ermöglicht Teilhabe, stärkt die Selbstständigkeit – und schafft Anerkennung. Für Menschen mit Behinderung ist der Zugang zur Arbeitswelt besonders wichtig. Fachkräfte begleiten mit individueller Beratung und Unterstützung.

Ein blinder Mann arbeitet an einem barrierefreien Computer
iStock/SolStock
Ein blinder Mann arbeitet an einem barrierefreien Computer
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So unterstützt das Inklusionsamt die berufliche Teilhabe

Die Fachkräfte im Inklusionsamt beraten zu allen Fragen rund um Arbeit und Teilhabe. Sie unterstützen mit persönlicher Begleitung, konkreten Hilfen im Arbeitsalltag und finanziellen Leistungen.

An sieben regionalen Standorten in Bayern engagieren sich die Teams des Inklusionsamts für

  • Beschäftigte mit Schwerbehinderung,
  • Unternehmen, die inklusiv arbeiten möchten,
  • Selbstständige mit Behinderung und
  • betriebliche Integrationsteams.

Mit ihrer Erfahrung helfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Arbeitsverhältnisse zu sichern oder neue Perspektiven zu schaffen – und stärken so das Miteinander in inklusiven Teams.

Angebote der Arbeitsagenturen für Unternehmen und Beschäftigte

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsagenturen der Bundesagentur für Arbeit (BA) beraten Menschen mit Behinderung bei

  • der Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz,
  • dem beruflichen Wiedereinstieg,
  • der Sicherung bestehender Arbeitsverhältnisse,
  • der Klärung von Unterstützungsleistungen zur beruflichen Teilhabe.

Auch interessierte Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber erhalten Unterstützung – insbesondere bei

  • der Stellenbesetzung,
  • Fragen zu Inklusion im Betrieb,
  • Informationen zu Förderleistungen und Zuständigkeiten.

In Bayern arbeiten die Teams der Arbeitsagenturen und der Inklusionsämter Hand in Hand.

Beratung und Unterstützung durch EAA

Beraterinnen und Berater der Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber (EAA) unterstützen Unternehmen, die Menschen mit Behinderung ausbilden, einstellen oder beschäftigen möchten – unabhängig, persönlich und kostenlos. Sie beraten umfassend zu:

  • rechtlichen Fragen rund um Einstellung und Beschäftigung
  • der Gestaltung inklusiver Arbeitsplätze
  • finanziellen Fördermöglichkeiten
  • der Zusammenarbeit mit Integrationsfachdiensten oder Reha-Trägern
  • individuellen Anliegen im Betriebsalltag

Angebote der Integrationsfachdienste

Die Fachkräfte der Integrationsfachdienste (IFD) unterstützen Menschen mit Schwerbehinderung beim Start ins Berufsleben oder dabei, eine Beschäftigung zu sichern. Mit viel Erfahrung und psychosozialer Fachkompetenz begleiten sie durch Phasen der Orientierung, Integration und Stabilisierung – immer mit Blick auf die individuellen Herausforderungen im Arbeitsalltag.

Sie beraten und vermitteln – unter anderem bei:

  • der Gestaltung behinderungsgerechter Arbeitsplätze (zum Beispiel Rampen, höhenverstellbare Tische)
  • der beruflichen Eingliederung
  • Fragen zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung
  • Konflikten im Arbeitsumfeld
  • der Sensibilisierung inklusiver Teams
  • der Beantragung von Hilfs- oder/und Fördermitteln

Die Fachkräfte arbeiten eng mit dem Inklusionsamt zusammen – und ebenso mit Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern bei Arbeitsagenturen, Jobcentern und weiteren Reha-Trägern.

Inklusionsbetriebe, Werkstätten und weitere Angebote zur beruflichen Teilhabe

Inklusionsbetriebe sind Unternehmen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, die mindestens 30 Prozent Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigen. Das ist gesetzlich in Paragraf 215 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) geregelt.

Viele dieser Wirtschaftsbetriebe schaffen Arbeitsplätze dort, wo es auf dem regulären Arbeitsmarkt besonders schwierig ist. Die Beschäftigten arbeiten in regulären Teams mit tariflicher Entlohnung, erhalten aber bei Bedarf besondere Unterstützung, zum Beispiel durch Jobcoaches, Anpassung der Arbeitsplätze oder sozialpädagogische Begleitung.

In Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) erhalten Menschen, die nicht oder noch nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können, eine sinnvolle berufliche Tätigkeit – begleitet von erfahrenen Fachkräften. Diese gestalten den Arbeitsalltag so, dass er zu den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen passt.

Zugleich unterstützen die Fachkräfte bei der beruflichen Bildung, der Entwicklung von persönlichen Stärken und – wo möglich – der Vorbereitung auf eine Tätigkeit außerhalb der Werkstatt. Neben der Qualifizierung gehört auch soziale und pädagogische Begleitung dazu.
Ziel ist es, Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen – im geschützten Rahmen oder als Sprungbrett in reguläre Beschäftigung.

Fachkräfte unterstützen Menschen mit Behinderung, die aus einer Werkstatt für behinderte Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wechseln möchten. Ziel des Projekts ist eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben – mit individuell abgestimmter Begleitung, Qualifizierung und praktischer Erfahrung.

Die Maßnahme umfasst:

  • Individuelle Beratung und Begleitung: Fachkräfte stehen den Teilnehmenden im gesamten Übergang zur Seite.
  • Berufliche Qualifizierung und Weiterbildung: Schulungen helfen, vorhandene Fähigkeiten zu erweitern oder neue zu entwickeln.
  • Praktika und betriebliche Erprobungen: Praktische Einsätze in Unternehmen erleichtern den Wechsel.
  • Vernetzung mit Betrieben: Fachkräfte arbeiten eng mit regionalen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern zusammen – und machen sich für Inklusion stark.
  • Nachbetreuung: Auch nach der Vermittlung bleiben die Fachkräfte ansprechbar – für eine nachhaltige Integration.

Weitere Informationen bieten das ZBFS, die Bezirke, die Agenturen für Arbeit und die Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen.

Fachkräfte begleiten Schülerinnen und Schüler an Förderschulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung beim Übergang ins Berufsleben. Ziel ist es, die Jugendlichen frühzeitig auf Ausbildung oder Beschäftigung vorzubereiten – individuell, lebensnah und mit Blick auf ihre persönlichen Stärken.

Berufsbildungswerke und Berufsförderungswerke

In Berufsbildungswerken (BBW) und Berufsförderungswerken (BFW) erhalten Menschen mit Behinderung die Chance, neue berufliche Wege zu gehen – passgenau begleitet und unterstützt. Die Angebote richten sich an junge Menschen ebenso wie an Erwachsene, die sich neu orientieren müssen oder nach Krankheit oder Unfall in den Beruf zurückkehren möchten.

Fachkräfte in den Einrichtungen entwickeln gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen individuellen Qualifizierungsplan. Die Programme kombinieren praktische Ausbildung, theoretischen Unterricht und persönliche Begleitung – angepasst an die jeweiligen Fähigkeiten und Ziele.

In Bayern gibt es:

  • 11 Berufsbildungswerke für junge Menschen mit Behinderung
  • 6 Berufsförderungswerke für Erwachsene in beruflicher Rehabilitation

Ausgezeichnet inklusiv

Inklusion gelingt, wenn Menschen mit Behinderung selbstverständlich zum Team gehören. Der Inklusionspreis JobErfolg würdigt Betriebe, die genau das möglich machen – mit Engagement, Offenheit und Überzeugung.

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