Wie fühlt sich Alter an? Wer den Alterssimulationsanzug trägt oder das XXL-Spiel spielt, lernt, sich in andere Generationen hineinzuversetzen. Leihmaterialien und Fortbildungen helfen, das Miteinander von Jung und Alt zu stärken – mit mehr Verständnis, Offenheit und Ideen für ein gutes Zusammenleben.
Das Miteinander von Jung und Alt fördern
Alter spüren im Simulationsanzug
Die Hose zwickt, die Brille nimmt die Sicht, die Handschuhe machen die Finger steif. Wer den Alterssimulationsanzug trägt, versteht: Der Körper funktioniert nicht mehr wie gewohnt. Alles dauert länger, kostet Kraft, fühlt sich anders an.
Der Anzug zeigt, wie sich das Alter anfühlen kann. Brille, Handschuhe, Kopfhörer und Gewichte lassen sich schnell anlegen und über normaler Kleidung tragen. Sie simulieren:
- eingeschränktes Sehvermögen
- schwächeres Gehör
- geringere Beweglichkeit
- Kraftverlust
- Zittern (Tremor)
Der Anzug passt für alle Körpergrößen und ist in wenigen Minuten einsatzbereit. Schulklassen, Jugendgruppen und Generationenprojekte können ihn in Bayern ausleihen – für mehr Verständnis zwischen Jung und Alt.
Wer den Alterssimulationsanzug nutzen möchte, kann ihn direkt über die Website des Bayerischen Sozialministeriums bestellen.
Gemeinschaft erfahren mit dem XXL-Spiel
Zusammen tüfteln, raten, lachen – das XXL-Spiel bringt Generationen zusammen. Kinder und Ältere lösen im Team kleine Aufgaben und erleben: Gemeinsam sind wir stark. Das Spiel eignet sich für drinnen und draußen, für Schulen, Jugendzentren, Pflegeeinrichtungen, Kirchengemeinden oder Mehrgenerationenhäuser. Mitmachen können Kinder ab etwa acht Jahren, die sicher lesen und schreiben. Auch ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder einer Demenz finden passende Aufgaben. Die Spielbox enthält alle Materialien, eine robuste Spielplane und eine verständliche Anleitung.
Das XXL-Spiel ausleihen
Wer das XXL-Spiel nutzen möchte, schreibt eine E-Mail an: generationenpolitik@stmas.bayern.de
Das Bayerische Sozialministerium verleiht das Spiel kostenfrei. In der Mail sollten folgende Angaben stehen:
- Name und Adresse der Einrichtung
- eine Kontaktperson
- Zeitraum
- Anlass des Einsatzes
Wichtig: Die Einrichtung übernimmt die Rücksendekosten (innerhalb von drei Werktagen).
Generationen verbinden – direkt vor Ort
Wenn Jung und Alt sich begegnen und ins Gespräch kommen, entsteht Nähe – und oft ein neues Verständnis füreinander. Damit das gelingt, unterstützt das Bayerische Sozialministerium die Fortbildung zur Generationenmanagerin oder zum Generationenmanager. Wer teilnimmt, bringt Menschen zusammen: im Stadtviertel, im Dorf, in Schulen oder in Senioreneinrichtungen. Generationenmanagerinnen und -manager vernetzen Angebote, bauen Brücken zwischen Altersgruppen und stärken den Zusammenhalt vor Ort.
Die Qualifizierung läuft berufsbegleitend und wird von der Katholischen Stiftungshochschule München (KSH) angeboten.
Zusammenwirken der Generationen
Von 2019 bis 2025 haben sich zahlreiche Haupt- und Ehrenamtliche bei der lagfa bayern e.V. zur „Generationenwerkerin“ oder zum „Generationenwerker“ fortbilden lassen – unterstützt vom Sozialministerium. Sie haben gelernt, wie das Miteinander der Generationen gelingt und wie man in der eigenen Gemeinde generationenübergreifende Projekte auf den Weg bringt. 2026 geht das Engagement einen Schritt weiter: Die lagfa bayern e.V. begleitet ausgewählte Modellprojekte, um gezielt Projektmanagement-Kompetenzen im generationenübergreifenden Ehrenamt zu stärken. Die Erfahrungen aus diesen Projekten fließen in eine Handreichung ein, die Interessierte bei der Umsetzung eigener Vorhaben unterstützt.

