Adoption

Adoption schafft Familien – meist innerhalb von Partnerschaften. Fachkräfte begleiten Menschen, die Kindern ein sicheres, liebevolles Zuhause schenken wollen. So finden Kinder, die nicht bei ihren leiblichen Eltern leben, eine Chance auf Geborgenheit und Halt.

Mutter kuschelt mit ihrem adoptierten Baby.
StMAS/Lara Freiburger

Adoption – ein Weg, um gut aufzuwachsen

Gemeinsame Ausflüge in den Tierpark, „Heile, heile Gänschen“ und Zusammenkuscheln für die Gute-Nacht-Geschichte: Jedes Kind träumt davon, eine liebevolle Familie zu haben. Für Kinder, die nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können, öffnet die Adoption die Tür zu einem neuen Heim, in dem sie Liebe und Geborgenheit erfahren. Der Staat übernimmt eine schützende Rolle und achtet darauf, dass sorgfältig die besten Menschen für diese Aufgabe ausgewählt werden. Eine Adoption erfolgt nur dann, wenn sie wirklich notwendig ist. Besonders wichtig ist die Zustimmung der leiblichen Eltern, damit alles im besten Interesse der Kinder geschieht und sie in ihrem neuen Zuhause glücklich aufwachsen können.

Was bedeutet Adoption?

Durch eine Adoption bekommt ein Kind ein neues Zuhause. Dabei steht immer das Wohl des Kindes im Vordergrund, nicht die Wünsche der neuen Eltern. Außerdem entsteht eine rechtliche Verbindung. Das Kind wird Teil der Familie, übernimmt den Familiennamen und oft auch die Staatsangehörigkeit. Es hat nun Anspruch auf Erbe und Unterhalt – sowohl von den Adoptiveltern als auch von deren Verwandten. Gleichzeitig enden die bisherigen Verwandtschaftsverhältnisse.

Adoption – eine Chance für Kinder und Familien

Die meisten Kinder finden durch eine Stiefkindadoption ihren Platz in einer bestehenden Familie. Für alle anderen Kinder, die ein neues Zuhause brauchen, geht durch eine Adoption oft ein Traum in Erfüllung. Da sich gleichzeitig viele Paare nach einem Kind sehnen, gibt es immer mehr Bewerberinnen und Bewerber als Kinder, die eine neue Familie suchen. Im Mittelpunkt steht daher stets das Kindeswohl. Ziel ist es, einem Kind ein liebevolles, stabiles Umfeld zu geben, nicht, Erwachsenen zu einem Kind zu verhelfen.

Eine Adoption ist außerdem eine große Entscheidung. Sie verändert das Leben aller Beteiligten für immer und gestaltet die familiären Beziehungen neu. Paare, die ein Kind adoptieren wollen, sollten sehr gut überlegen und sorgfältig planen, bevor sie diesen wichtigen Schritt gehen.

Bedingungen für eine Adoption

Über eine Adoption entscheidet das Familiengericht. Es prüft, ob die Adoption im Interesse des Kindes liegt und ob eine Beziehung zwischen ihm und seinen neuen Eltern entstehen kann. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Fachkräfte des Jugendamts halten die Personen, die sich bewerben, für geeignet, um ein Kind zu adoptieren.
  • Die künftigen Eltern haben die Adoption korrekt beantragt.
  • Das Kind hat bereits mehrere Monate im Haushalt der künftigen Eltern gelebt („Adoptionspflegezeit“). 
  • Ein Elternteil muss mindestens 25 Jahre alt sein, der andere mindestens 21 Jahre (bei Ehepaaren). Einzelpersonen müssen 25 Jahre alt sein.
  • Das Kind muss zustimmen. Bei Kindern unter 14 Jahren oder solchen, die nicht selbst entscheiden können, gibt ein Elternteil oder ein Vormund die Erlaubnis.
  • Auch die leiblichen Eltern des Kindes müssen zustimmen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann diese Einwilligung wegfallen oder ersetzt werden.

Adoptionen bei eingetragener Lebenspartnerschaft

Menschen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft dürfen zusammen kein fremdes, minderjähriges Kind adoptieren. Doch es gibt Wege, wie sie als Familie enger zusammenwachsen können:

  • Stiefkindadoption: Hier nimmt ein Partner das leibliche Kind des anderen an. So wird das Kind offiziell Teil ihrer gemeinsamen Familie. 
  • Sukzessivadoption: Hat einer der Partner bereits ein Kind adoptiert, kann der andere Partner dieses Kind ebenfalls annehmen.

Adoptionsvermittlung

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Adoptionsvermittlungsstellen begleiten Kinder und Familien auf ihrem Weg. Sie hören zu, respektieren die Sorgen der Herkunftsfamilien und helfen dabei, die passenden Adoptiveltern zu finden. Auch nach der Adoption bleiben sie an der Seite der Familien und bieten Hilfe, wo sie gebraucht wird. Im Adoptionsverfahren zählt ihre Meinung besonders, da sie die Bedürfnisse des Kindes sehr gut kennen. So arbeiten alle gemeinsam daran, ein liebevolles Zuhause für das neue Familienmitglied zu schaffen.

Formen der Adoption

Es gibt zwei Formen der Adoption:

Inkognito-Adoption (geheim):

  • Sie schützt die Adoptivfamilie. Die Adoptiveltern und das Kind müssen zustimmen, bevor Details der Adoption geteilt werden.
  • Die leiblichen Eltern erfahren nur die Nummer, unter der die Adoptivfamilie in der Adoptionsvermittlungsstelle gespeichert ist.

Offene Adoption:

  • Die leiblichen Eltern helfen aktiv mit, die richtigen Adoptiveltern auszusuchen.
  • Alle Beteiligten lernen sich kennen, bleiben nach der Adoption in Kontakt und tauschen sich aus.
  • Die Kinder wissen, woher sie kommen, und können ihre Adoption aktiv verarbeiten.

Auslandsadoption

Viele kinderlose Paare möchten ein Kind adoptieren, um eine Familie zu gründen. Da in Deutschland mehr Menschen diesen Traum haben, als es Kinder gibt, die ein neues Zuhause brauchen, denken manche Paare darüber nach, ein Kind aus dem Ausland zu adoptieren.

Der Prozess kann sehr herausfordernd sein. Aus diesem Grund ist die Zahl der Auslandsadoptionen gering. Oft fehlen wichtige Informationen zur Vorgeschichte oder zur Gesundheit des Kindes. Auch das Verpflanzen in eine andere Kultur kann die Familie zusätzlich belasten. Angehende Adoptiveltern sollten sich daher intensiv mit den möglichen Herausforderungen auseinandersetzen, damit sie gut vorbereitet sind.

Im Internet gibt es viele unseriöse und fragwürdige Adoptionsangebote. Interessierte sollten sich von solchen Angeboten fernhalten, denn der Handel mit Kindern ist strafbar (Paragraf 236 StGB).

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